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Ich habe das Licht der Welt am 11.05.1988 erblickt. Bis dahin war die Welt für meine Eltern noch in Ordnung . Im zarten Alter von 6 Jahren nahm mich mein Vater mit zu einem Frühlingsfest eines Motorradhändlers, dort durfte ich ein kleines Kindermotorrad fahren. Danach nervte ich meinen Vater zwei Jahre lang ein eigenes Motorrad zu bekommen. Mit 8 war es dann soweit, ich hielt meine erste Moto-Cross-Maschine in den Händen, welche die nächsten zwei Jahre für private Ausfahrten im Gelände herhalten musste. Ein Bekannter meines Vaters meinte bei einen Gespräch, daß ich doch auf die Mini-Bike-Schule gehen müsste. Gesagt getan, kurzum wurde das Projekt umgesetzt.
Mit 13 Jahren fuhr ich die erste Saison ADAC Minibike Cup mit einer 65ccm KTM auf den 14.Platz. Im zweiten Jahr landete ich wieder auf dem 14.Platz und in der neuen Saison fuhr ich dann im ADAC Junior Cup. Dort fuhr ich auf den 6.Platz in der Gesamtwertung. Ein Jahr später landete ich auf den 21. Platz, da ich nicht an allen Rennen aus schulischen Gründen teilnehmen konnte.
Die Saison 2006 fing verrückt an, ich musste mich von meinen bisherigen Rennmechaniker trennen, und bekam eine Lehrstelle als Zweiradmechaniker. Nachdem sich kurzer Hand ein Ersatz fand und ich mich im Frühjahrstraining mit einer defekten Gabel abmühte, zeigte sich die Konstellation Motorrad in Sachsen und Arbeitsstelle in Bayern nicht als ideal. Kurzum hatte ich noch das Glück , daß mein Chef ein faszinierender Rennsportfan ist und in den vergangenen Jahren diverse Fahrer wie Christian Kellner und Katja Poensgen betreut hatte. Er erklärte sich kurzerhand bereit, mich zu betreuen und meine Maschine in unserer Werkstatt vorzubereiten.
Beim zweiten Rennen mit meinen Chef fuhr ich gleich auf den 2. Startplatz und übernahm fünf Runden lang die Führung bis ich unverschuldet, wegen eines gebrochenen Bremsankerbolzens, stürzte. Vermutlich den Sturz noch in den Knochen flog ich eine Woche später in Lausitz beim 2. Training noch mal runter. Ab da lief es einfach nicht mehr rund. Im Rennen wollte ich noch einiges gutmachen und rutsche über das Vorderrad weg. Am Schluss belegte ich den 18. Gesamtplatz was meine Möglichkeiten natürlich nicht widerspiegelte, da ich von der Zeit immer bei der Spitze dabei war, leider aber erst im Rennen. Die Erfahrungswerte und das aufeinander einspielen mit meinen Team gibt mir den Auftrieb nächstes Jahr immer unter die ersten 5 zu kommen, schau mer mal.............
Die Saison 2007 begann gleich sehr turbulent. Es war das größte Starterfeld in der Geschichte des ADAC-Junior-Cup mit 53 Startern. Ich qualifizierte mich als 16.te im Training und musste im Rennen auf Platz 8 meinen ersten technischen Ausfall hinnehmen. Eine Runde vor Schluss riss der Bowdenzug der Auslaßsteuerung was mich auf den 16.Platz zurück warf.
Mein Chef tauschte daraufhin alle Züge aus und mit vollen Elan ging es nach Oschersleben; dort konnte ich in der Spitze mithalten und belegte den 4.Platz. Auf dem Nürburgring erlebte ich meinen größten Schock, da ich das Wasser nicht sonderlich liebe, lieferte ich ein katastrophales Traning ab und stand auf den letzen Startplatz - als 47.te. Nach einer klaren Ansprache von meinen Chef am Vorabend ging ich mit einer gehörigen Wut im Bauch auf die abtrocknende Strecke. Mein Chef bläute mir am Start nochmals die Taktik ein, alles oder nichts, beim Start rechst Vorbeifahren und vorne Reinhalten. Dieses Konzept ging voll auf und ich fuhr das Rennen meines Lebens, zum Schluß kam ich als 5.te ins Ziel und war überglücklich. In der restliche Saison verlief alles im grünen Bereich, bis wir nach Most kamen. Dort verpatzte ich das Rennen gründlich, fand keinerlei Rythmus und kam als 16. ins Ziel.
Am Hockenheimring zum Finale wollte ich meinen Patzer wieder gut machen was mir auch gelang, nach dem Start stürzten einige Fahrer und ich musste ins Kiesbett. Daraufhin begann ich mit der Aufholjagt und fuhr vom 23.PLatz auf den 5.Platz
In der letzten Runde war ich noch 100 m hinterm 4.ten und wollte mich noch heranfahren, doch leider übertrieb ich es und Stürtze beim Anbremsen der Querspange.
Na ja, zum Schluß blieb der 7.Gesamtplatz übrig, mehr war leider nicht drin, wir mussten uns damit zufrieden geben, das ist halt Racing, Sieg und Niederlage stehen immer eng zusammen.
In der Saison 2008 bin ich in die IDM-Supersport 600, eine der stärksten und härtesten Klassen überhaupt gewechselt. Beim Wintertraining im spanischen Calafat fuhr ich das erste Mal mein neues Arbeitsgerät, und war sprachlos was da so abgeht. Der Umstieg von 35PS auf 140PS ist gigantisch. Ich werde noch viel Training brauchen, um an das Level der Spitze zu kommen. Mein Chef nimmt mir auch den Druck, da er sagt es bringt nichts mit Gewalt, man muss sich erst einmal an die neueu Gegebenheiten herantasten und dann wird es schon laufen, für den Umstieg hat er realistische Ziele gesetzt, erstmal sitzen bleiben, für das Rennen qualifizieren und dann nach vorne blicken. Das haben wir dann auch geschafftm sind jedes Rennen angekommen und nicht runtergefallen.
Für die Saison 2009 waren die Ziele natürlich höher gesteckt. Trainingsplazerung verbessern und die Renne in Punktenähe beenden. Beim ersten Rennen in der Lausitz fuhr ich dann gleich bei beiden Rennen in die Punkte. Im Training klappte es nicht so gut, ich konnte mich zwar teilweise bis zu 3sek. steigern, nur ist die Leistungsdichte enorm gestiegen auch durch das Internationale Starterfeld. Ich stand meistens auf den gleichen Startplatz wie im Vorjahr obwohl ich wesentlich schneller war.
Für das Jahr 2010 bekommen wir Impoteursunterstützung von Suzuki Deutschland und ich kann mich mehr auf das fahren konzentrieren da ich meine Lehre fertig haben und somit auch die Schule beendet habe. Unser Ziel ist es jedenmal in die Punkte zu fahren, das wird nicht einfach aber ohne Ziel geht`s nicht vorwärts, sagt mein Teamchef immer.
Drückt mir also alle fest die Daumen, das die eingefleischten Supersportfahrer mich nicht ganz und gar demoralisieren, ich halte Euch auf dem laufenden......Eure Sarah.
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